Wenn Mitarbeiter kriminell werden – eine Herausforderung für Unternehmen

Wie sich die Lage in der Bundesrepublik Deutschland darstellt
Gemäß dem Bundeslagebild 2020 des Bundeskriminalamtes beläuft sich der durch
Wirtschaftskriminalität entstandene Schaden auf 3,011 Mrd. € in 2020. Verbunden mit einem Anstieg der durch die Justiz bearbeiteten Fälle um 21 % auf über 49.000, verteilt auf 28.500 Tatverdächtige.
Die häufigsten Fälle von Wirtschaftskriminalität ereigneten sich 2020 im Bereich des
Subventionsbetruges im Zusammenhang mit der Pandemie und im betrügerischen Cybertrading unter Zuhilfenahme von Call-Centern. (Quelle: BKA – Lagebilder – Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2020).


Die Triebkräfte für wirtschaftskriminelles Verhalten
Abgesehen von der langläufigen Meinung, dass „Gelegenheit Diebe macht“, ist die Entscheidung zu einer Straftat ein Zusammenspiel von emotionalen, kognitiven und motivationalen Prozessen. Motive für Wirtschaftsstraftaten sind sehr vielfältig und werden teilweise durch Umwelteinflüsse geformt oder durch Sozialisierung erlernt. Ganz lapidar ausgedrückt ist ein Motiv das Bedürfnis ein bestimmtes Mangelgefühl beheben zu wollen.
Welche Einflussfaktoren und Prozesse vom ersten Mangelgefühl bis hin zur Umsetzung involviert sind, beleuchte ich im Nachfolgenden.


Der emotionale Part
Nicht verwunderlich ist die Tatsache, dass negative Emotionen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Motiven für Straftaten spielen. Diese Gefühle entstehen durch Misserfolge, fehlender Anerkennung und Angst im privaten UND beruflichen Umfeld. Besteht im Privatleben bereits eine Unzufriedenheit wird dieser Effekt durch eine negative Unternehmenskultur mit beispielsweise einem destruktiven Führungsstil noch verstärkt.


Der kognitive Part
Die kognitiven Fähigkeiten des wirtschaftskriminellenTäters sind als recht hoch einzuschätzen. Gerne zitiere ich hier Bernd Noll (Wirtschaftskriminalität – Eine wirtschaftsethische Herausforderung): „… günstige Tatgelegenheit erkennt, genaue Kenntnisse über betriebliche Abläufe und Kontrollen hat, Grauzonen und Grenzbereiche wahrnimmt, … , Verantwortung zu verschieben und Tatumstände zu verschleiern.“
Sie werden bei Wirtschaftskriminellen immer wieder dem Phänomen begegnen, dass diese für ihre Misserfolge nie selbst verantwortlich sind und ihre eigenen Erfolge maßlos überschätzen.


Die Motivation
Schnell denkt man an Habgier und Rache am Unternehmen, wenn man sich Gedanken zu den Motiven eines Wirtschaftsstraftäters macht. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Manche Mitarbeiter begehen beispielsweise Straftraten wie Bestechung, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Ein schon fast klischeehaftes Beispiel ist der Vertriebs-mitarbeiter, der anhand von Umsatzzahlen gemessen wird und bei einem Umsatzrückgang um seinen Job fürchten muss.
Mitarbeiter, die beispielsweise derzeit eine Krisensituation zu bewältigen haben, sind eher für Unterschlagung und Diebstahl empfänglich.

Sabotage, Weitergabe von Firmeninterna an die Konkurrenz oder anderweitiges die Reputation des Unternehmens schadenden Verhalten liegen oftmals in einer Verärgerung aufgrund einer als ungerecht empfundenen Behandlung zu Grunde.


Die Tätertypen
Man unterscheidet drei Tätertypen, die sich allerdings nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen lassen.
Der aktive Täter sucht aktiv nach einer Gelegenheit, zeichnet sich durch ein übersteigertes Selbstbild und ein oftmals überzogenes Anspruchsniveau aus.
Der Mitläufer ist in der Regel von Ängsten geplagt, unsicher und würde sich nie trauen, eine Idee zu einer Straftat in die Wirklichkeit umzusetzen. Da zur Umsetzung von wirtschafts-kriminellen Taten mehr als eine Person benötigt, ist in der Regel immer mindestens ein Mitläufer daran beteiligt.
Der frustrierte Täter findet die Rechtfertigung seiner Tat im Bruch von psychologischen Verträgen und der damit verbundenen Frustration.


Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Wirtschaftsstraftäter nur zum eigenen Nutzen handeln. Es gibt durchaus auch „altruistische Wirtschaftskriminalität“, die dem Unternehmen „nutzen“ soll. Das keine dieser altruistischen Handlungen im Sinne des Unternehmens ist, ist selbstredend.


Fazit
Es gibt nicht „den Wirtschaftsstraftäter“, den man sofort erkennen kann. Seien Sie achtsam bei der Personal- und Geschäftspartnerprüfung. Wirksame Instrumente zur Vermeidung von Wirtschaftsstraftaten und anderen dem Unternehmen schadenden Verstößen bietet ein auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Compliance Management System, bei dem beispielsweise Mitarbeiter und Geschäftspartner anhand von klar definierten Risikoklassen überprüft werden.
Sensibilisieren Sie sich und Ihre Führungskräfte auf mögliche erste Erkennungszeichen, um frühzeitig einem potentiellen kriminellen Verhalten in Ihrem Unternehmen gegenzusteuern.

Sabotage, Weitergabe von Firmeninterna an die Konkurrenz oder anderweitiges die Reputation des
Unternehmens schadenden Verhalten liegen oftmals in einer Verärgerung aufgrund einer als
ungerecht empfundenen Behandlung zu Grunde.
Die Tätertypen
Man unterscheidet drei Tätertypen, die sich allerdings nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen
lassen.
Der aktive Täter sucht aktiv nach einer Gelegenheit, zeichnet sich durch ein übersteigertes Selbstbild
und ein oftmals überzogenes Anspruchsniveau aus.
Der Mitläufer ist in der Regel von Ängsten geplagt, unsicher und würde sich nie trauen, eine Idee zu
einer Straftat in die Wirklichkeit umzusetzen. Da zur Umsetzung von wirtschaftskriminellen Taten
mehr als eine Person benötigt, ist in der Regel immer mindestens ein Mitläufer daran beteiligt.
Der frustrierte Täter findet die Rechtfertigung seiner Tat im Bruch von psychologischen Verträgen
und der damit verbundenen Frustration.
Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Wirtschaftsstraftäter nur zum eigenen Nutzen
handeln. Es gibt durchaus auch „altruistische Wirtschaftskriminalität“, die dem Unternehmen
„nutzen“ soll. Das keine dieser altruistischen Handlungen im Sinne des Unternehmens ist, ist
selbstredend.
Fazit
Es gibt nicht „den Wirtschaftsstraftäter“, den man sofort erkennen kann. Seien Sie achtsam bei der
Personal- und Geschäftspartnerprüfung. Wirksame Instrumente zur Vermeidung von
Wirtschaftsstraftaten und anderen dem Unternehmen schadenden Verstößen bietet ein auf Ihr
Unternehmen zugeschnittenes Compliance Management System, bei dem beispielsweise Mitarbeiter
und Geschäftspartner anhand von klar definierten Risikoklassen überprüft werden.
Sensibilisieren Sie sich und Ihre Führungskräfte auf mögliche erste Erkennungszeichen, um frühzeitig
einem potentiellen kriminellen Verhalten in Ihrem Unternehmen gegenzusteuern.

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